HinterGrund
Kommentar 1

FC Ingolstadt – Kachunga im Sturm, Hinterseer heute über die Flügel und Audi A3 im Tor

Audi FCIBetrachtet man die Mannschaftsfotos des FC Ingolstadt in den vergangenen Jahren, wird schnell klar: Hier stimmt was nicht. Dort, wo in der Regel bei Mannschaftsfotos immer der Torhüter zu sitzen hat (Zumindest kenn ich das so aus den 90ern) ragt sehr prominent ein frisch polierter Wagen hervor. Unweigerlich erkennbar: Das Auto ist der Star der Mannschaft, nahezu als ein lebensechter Mitspieler. Bei diesem Anblick bekommt die Bezeichnung „den Bus vorm Tor parken“ eine vollkommen neue Bedeutung. Mourinho wäre sicher stolz.

Dennoch hat der Verein volles Recht dazu, denn es handelt sich nicht um irgendein Auto, sondern um das hauseigene Zugpferd Audi. Auch das ist mittlerweile bekannt, der FC Ingolstadt ist Audi. Der bayrische Automobilhersteller besitzt knapp 20 Prozent der Anteile, angeeignet über die Tochter quattro AG. Auch der Audi Sportpark gehört, wie der Name schon sagt, dem Unternehmen nun zur Gänze. Der Blick in den Aufsichtsrat zeigt ebenfalls viele Verbindungen zu Audi. Mitspracherecht ist unter diesen Bedingungen somit vorprogrammiert.

Nur 10 Jahre nach Gründung haben die „Schanzer“ für den Aufstieg in die 1. Bundesliga benötigt. Die von Audi unterstützte Erfolgsgeschichte verlief dennoch irgendwie unauffällig, könnte man fast meinen. Für Schlagzeilen sorgte in der Vergangenheit hauptsächlich Red Bull Leipzig. Diesem Verein werden ja bekanntlich zu starke Verbindungen zu einem Getränkehersteller vorgeworfen. Nun werden die Stimmen auch im Hinblick auf den FCI lauter: Noch so ein unternehmensgetriebener Verein ohne Tradition! Braucht die Liga das?
Diese Frage beschäftigt die Fußballfans spätestens seit Hoffenheim oder Wolfsburg. Auch hier steckt mächtig Geld dahinter (Zur Erinnerung: Schürrle hat 32. Mio. Euro gekostet). 50+1 Regel? Alles gar kein Thema. Investoren-gelenkte Vereine sind daher nichts Neues in der Bundesliga. Auch, dass diese eben jegliche Möglichkeit nutzen im Rahmen des Sponsoring die eigene Sponsor-Marke zu bewerben. Der FC Ingolstadt bzw. Audi machen es eben auf eine eigene Art und Weise und setzen ein Fahrzeug mitten ins Mannschaftsbild. Nicht mal Wolfsburg mit VW im Rücken macht das. Da habe ich noch nie einen Passat oder Golf auf dem Rasen mit dem Team gesehen. (Schaut selbst bei Google!)
Also ungewohnt, aber vielleicht auch symbolisch. Die Leute sollen wissen, wer hinter dem FCI steckt, möglichst prominent, eben so wie beim Mannschaftsfoto.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Mannschaft sportlich zeigt in der kommenden Saison. Nominell ragt unter anderem vielleicht Elias Kachunga heraus, der Neuzugang aus Paderborn. Er konnte bereits vergangene Saison ein paar Akzente in der 1. Liga setzen. Ansonsten Gross, Morales oder Leckie? Sympathien hat jedenfalls ein bestimmter Spieler schon sicher: Lukas Hinterseer. Als Neffe von Hansi Hinterseer kann ja überhaupt nichts schief gehen.

Wie seht ihr den Fall FCI? Ist der Club für euch ein echter Verein oder wieder nur eine traditionslose Unternehmenssparte?
Und das Mannschaftsfoto?

Website FC Ingolstadt
Website Audi AG

Beitragsbild: FC Ingolstadt

1 Kommentar

  1. Pingback: Der Bundesliga Sponsoring Quick-Check 15/16 | / Hinter Der Linie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s