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Krassimir, Fredi, Giovane, Hulk und der Lord – Fußballer als Marken

Emotionalisierung, Bindung, Identifikation und Wertschöpfung. Das sind die Aufgaben einer Marke. Aufgaben, die der Mensch selbst kreiert hat und dadurch eigentlich erst die Markenbildung ermöglicht. Wir befinden uns in einer Welt umgeben von Marken. Überall, offensichtlich, aber manchmal auch einfach nur versteckt. Auf jeden Fall lieben wir alle Marken. Warum? Weil sie eben die genannten Aufgaben erfüllen. Wie gut, dass auch der Fußball nicht davon verschont bleibt. Denn was eignet sich besser als eine Sportart, die polarisiert?

Während man wirtschaftlich getriebene Marken im Fußballumfeld schnell erkennt, gibt es jede Menge Marken, bei denen man zunächst eigentlich gar nicht realisiert, dass sie ebenfalls eine sind. Denn Marken sind nicht nur Adidas, Coca-Cola oder der FC Bayern. Nein auch Krassimir, Fredi und Giovane sind eine Marke, nämlich dann, wenn sie gemeinsam als magisches Dreieck auf das Spielfeld aufliefen.

Magisches Dreieck

Jeder kennt das Sturmtrio, das seinerzeit für Wirbel und Aufregung in der Liga sorgte. Jeder wusste, wer das magische Dreieck ist. Unverkennbar und in der Berichterstattung nicht zu übersehen. Aber eigentlich konnten die drei garnichts dafür. Ich nehme stark an, dass alle drei primär guten Fußball spielen wollten, anstatt sich um die eigene Markenbildung zu kümmern. Aber so ist das eben im Fußball. Wenn du gut bist, formen die Menschen aus dir eine Marke. Ähnlich erging es der wohl gefährlichsten, überfallartigen Flügelzange der vergangenen Jahre: Robbery. Ja auch das ist eine Marke, nahezu schon ein eingetragener Begriff. Ob Medienberichterstattung, Diskussion oder einfach nur Stammtisch-Talk, jeder wusste was er mit dem Begriff Robbery anfangen konnte. Generell, so scheint es, besteht für gute Offensivspieler eine große Wahrscheinlichkeit im Laufe der Zeit zumindest ein Teil einer Marke zu werden. Zuletzt tauchten auch immer wieder Bezeichnungen wie BBC (Bale, Benzema und Cristiano) oder MSN (Messi, Suarez und Neymar) auf. Ob das letztendlich schon Marken sind oder einfach nur Spitzenamen, darüber kann man sich streiten. Eine Wortspiel-Anlehnung ist zumindest schon mal zu erkennen. Ohnehin sind in diesem Fall die jeweiligen Akteure aber absolute Weltstars und jeder für sich wohl eine eigene Personal Brand. Sowohl CR7 als auch Messi und Co, da braucht man nicht diskutieren.

Robbery

Der Brasilianer Hulk hingegen braucht keine Mitspieler, er ist mit seinem Künstlernamen selbst eine Marke. Zu verdanken hat er das den Japanern, die ihn in seiner Zeit bei Tokyo Verdy aufgrund seiner körperbetonten Spielart Hulk nannten. Er selbst offenbar kommt mit seinem Status als Hulk gut klar und nutzt auch das Potential sich in diese Richtung weiter zu vermarkten. Erst kürzlich erschien eine Serie von Werbeclips, die eben genau auf seine „Superkräfte“ anspielen. Wer auch immer letztendlich dahinter steckt, betreibt mit „Givanildo Vieira de Souza“, sein richtiger Name, nichts anderes als Brand Management.

Ach und dann wäre da ja noch der Lord. Genau Lord Bendtner. Ein fußballerisches Phänomen mit jeder Menge Selbstbewusstsein. Kein Wunder, ein Mann mit seinen Fähigkeiten kommt um die Entstehung einer eigenen Marke nicht drumherum. Das Internet feiert ihn und seine Bekanntheit steht im Vergleich zu seinem tatsächlichen Können in einer unfassbar unausgeglichenen Relation. Der Lord ist eben einfach nur ein richtiger Superstar.

Bendtner

Der Punkt ist, Marken entstehen, ob gute Leistung oder nicht. Denn wir lieben Marken. Sie helfen uns Dinge besser zu verarbeiten, mit denen wir uns auseinandersetzen. Sie sind Teil unseres Alltags und wie man sieht, sind sie mittlerweile mehr als nur unternehmerisch gelenkte Nutzenbündel. Sie tauchen überall auf, häufig wann man es gar nicht selber will. Das Fußballgeschäft ist schon lange kein reiner physischer Sport mehr. Es ist eine Platform, die Marken in jeder beliebigen Form entstehen lassen kann. Ist so.

PS: Sollten Costa und Coman weiterhin den starken Fußball spielen, den sie zu Beginn der Saison angedeutet haben, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis sich auch hier eine Marke entwickelt. Mein Tipp: COCO oder CO^2

Welche „Fußballer-Marke“ fällt dir noch ein?

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